Dienstag, 8. Februar 2011

wordless

Und vielleicht war der erste Eindruck doch der richtige. Vielleicht gab es schon von Anfang an diese seltsame Arroganz in seinen Augen, eine Selbstgefälligkeit, die dir bei längerem Hinsehen untragbar erscheint. Vielleicht waren die kurzen Momente des Stutzens die, an denen du hättest erkennen müssen, dass dein Misstrauen gerechtfertigt ist. Vielleicht wusstest du insgeheim doch mehr als du dir zugetraut hättest.
Jetzt bist du plötzlich seltsam entspannt. Seltsam gefasst. Es ist beinahe so, als würden dir die Hände auf deinen Schultern gar nichts ausmachen, als wären sie losgelöst von dem Körper, der zu ihnen gehört, von den Augen, die dich zu durchschauen versuchten, aber in Wirklichkeit - lassen wir die Klischees.
"Du musst locker werden", sagst du sogar und wunderst dich, dass es dein Mund ist, der diese Worte formt. Das sieht dir so gar nicht ähnlich. Vielleicht resignierst du. Und vielleicht ist es einfach aufrichtig, einfach das, was du fühlst.
Und in letzter Zeit lebst du nach und in und für Banalitäten. Du kapitulierst vor der Waschmaschine im Keller, presst dir dein Telefon ans Ohr und verpasst den Moment, dich zu beruhigen. Dafür glaubst du an den Zauber, der dem Waschsalon, den ihr Samstagmorgen aufsucht, weil deine Wäsche deine Wohnung flutet, innezuwohnen scheint. "Es herrscht so eine Weltuntergangsstimmung da draußen", sagst du noch bei dem Blick aus dem Fenster und bist auf diese traurige Weise zufrieden. So völlig ausgefüllt und erfüllt. Von ein bisschen Waschmittel.
Du weißt meistens einfach nicht, was du glauben sollst. Ob du an Schicksal glaubst und daran, dass alles anders gelaufen wäre, wenn du dich bei diesen kleinen Unbedeutendheiten anders entschieden hättest. Ein Kreuz an einer anderen Stelle, denkst du, schüttelst diesen Gedanken aber schnell wieder ab.
Und über Träume anderer lachst du*, um nicht zugeben zu müssen, dass du selbst keine hast, dass dir partout nichts einfallen will, das dir wirklich und aufrichtig etwas bedeuten könnte. "Ich spar' auf 'nen überteuerten Laptop mit 'nem angebissenen Apfel drauf", sagst du noch und findest dich selbst unausstehlich.
Irgendwas würde einfach in keinerlei Verhältnis zu etwas anderem stehen, sagst du immer wieder. Und denkst es immer wieder. Und irgendwann, da glaubst du es einfach.

* "Was soll'n wir machen, wir lachen über Hoffnung, machen auf betroffen, was irgendwie keinen von uns betrifft."

1 Kommentar:

  1. mir gehts gut soweit
    iwie grad so viel in meinem kopf
    aber nich zu viel stess eiglich
    wir haben auch erstma keine klausuren...

    viell ma wieder mailen wenn du zeit hast? bis wann habt ihr noch?
    ich hab ab nächste woche praktikum

    xx

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