Am unbedenklichsten sind die Nachmittage. Oder die Vormittage. Manchmal verkeilen sie sich ineinander und versprühen Hand in Hand den angenehmen Duft der Erträglichkeit. Sie bringen mich so weit sie können, schütteln manchmal still und bedauernd die Köpfe, bis sie - ebenso wie ich - innehalten und sich dematerialisieren.
Dann bleibe ich unschlüssig stehen - unsicher, was ich tun soll -, reiße mich dann zusammen und plötzlich ist da dieses Kribbeln, das von unbestimmter Unruhe zeugt, das den ganzen Körper erfasst und jede Bewegung unmöglich macht. Ich suche nach Ausreden, über die ich selbst nur lachen kann. Ich schaue hin und weg, bin es nicht - hin und weg, nur ein bisschen vielleicht, ich bleibe stumm und gehe vermeintlich entschiedenen Schrittes einfach weiter, stur geradeaus.
Und wenn die Ansagestimme gedämpft zu mir durchdringt, wenn ich "Nächste Haltestelle: Leipziger Platz" höre, dann halte ich jedes Mal inne. Wenn ich nach Hause komme und den Himmel betrachte, nach erleuchteten Fenstern suche, wenn ich länger nach meinem Schlüssel suche als nötig und stehen bleibe, ratlos, rastlos, dann schließe ich kurz die Augen und denke an jeden einzelnen, der viel zu viel Macht über mich hat.
Dann schüttele ich nur ganz langsam den Kopf, lasse ein leises Schnauben den Weg aus meinem Mund finden und bringe den Müll raus. Alles verdirbt - dich.
Und du sagst dir nur noch: "Du musst alles versuchen, du kannst nicht so sein und bleiben, du musst alles tun, bloß um sicher zu gehen. Dass du recht hast. Immer hattest."
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen