Samstag, 2. Oktober 2010

don't let anyone know -

Da ist dieses Lachen. Der Übergang zu Tränen - ein Wochenendphänomen, Samstagnacht und zu viel Alkohol, nur Minuten, bis der Mageninhalt an der Autotür kleben bleibt und man sich hin- und herwiegt, in der Hoffnung, die Welt würde explodieren. Ein Lachen, irre und verzweifelt - vielleicht; wer kann das schon wissen, man selbst am wenigsten -, aber irgendwie auch hoffnungsvoll, erzwungen, aber gewollt.
Nur das der anderen, das hinter verschlossenen Türen wird unerträglich. Rückwärts die Treppe hochgehen, ohne sich darum zu scheren, stolpern zu können - manchmal hilft das, meistens nicht.
Nur der Badezimmerfußboden hat jene Magie inne, die alles verstummen lässt. Zwei Lampenmonde, wenn man an die Decke starrt. Der Spiegel macht vier daraus, was machen Monde im Bad, frag' ich mich, das würde sich jeder fragen.
Aber es hilft. Auch Zeige- und Mittelfinger beider Hände zu Scheren zu formen und  die Fingerkuppen auf die Augenwinkel zu  pressen, hilft. Manchmal und nur kurz. Gegen das Schwanken und Wanken und die trüben Augen. Und wenn man den Blick auf einen bestimmten Punkt richtet und nur den Kopf bewegt, ist es, als wäre man aufgespießt. Spieße in den Augen, die auf eine realitätsferne Weise flexibel sind, sodass sie die Bewegung des Kopfes zulassen. Die Spieße, nicht die Augen.
Und der Hunger, den man nachts verspürt, ist nicht der nach Essen. Weil plötzlich niemand mehr antwortet und wahrscheinlich ohnehin schon alle weg sind. Trotzdem geht man auf Socken runter in die Küche und stellt sich vor, wie man wohl aussehen mag, so von der Seite, das Gesicht vom Schein des Kühlschranks erleuchtet. Man bleibt dort länger, als der Energieersparnis zuträglich wäre, aber irgendwie will man sich selbst davon überzeugen. Dass das Loch im Innern nicht so einfach zu stopfen ist.
Wenn man Glück hat, hindern einen die eigenen Dämonen daran, überhaupt erst nach unten zu gehen. Eingebildete Geräusche und der Gedanke an die Jeans im Schrank lassen innehalten und die Furcht schmecken. Und was hätte man schon mitgenommen? Vielleicht eine Scheibe Toast.

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