"Wenn es nicht so wäre, dann wäre es ganz anders", sagt meine Mutter. "Nein", setze ich ihr entgegen, "ausgeschlossen, wirklich ausgeschlossen, das kann nicht sein, das ist der Gipfel des Unmöglichen." Sie lächelt nur müde und ihr Lächeln sagt: "Irgendwann wirst du es schon merken, irgendwann wirst du erwachsen werden, du kannst nicht ewig so bleiben." Sie kann sich gar nicht vorstellen, wie wütend mich das macht.
Alle machen alles extra. Ich sehe den Plan in ihren Augen, in ihrem Zögern. Es ist immer das Zögern, das sie verrät. Der Zeitpunkt ist nie der richtige, die Zeit ist eben nicht auf der Seite der Lügner. Jedem werfe ich es vor: "Das machst du doch extra." Da ist es doch kein Wunder, dass ich so wütend bin. Wer kann denn da ruhig bleiben, wer kann denn da still sitzen bleiben? "Das machst du doch extra", sage ich und wenn man nicht aufpasst, könnte man meine Wut mit Verzweiflung verwechseln.
Und müsste ich ihr einen Namen geben, dieser vermeintlichen Verzweiflung, müsste ich ihr ein Etikett anheften, wäre es zweiundzwanzig/einunddreißig, 22:31 Uhr, um genau zu sein. Ein harmloser Mittwoch, wer ahnt da denn was? Mittwoch ist kein Tag für Katastrophen. "Das ist ein Geheimnis", sage ich, "das darf niemand erfahren." Ein Blick, den zu interpretieren ich mir verwehre. Ein stiller Schlagabtausch, keine Übereinkunft, nur ein Dulden des Unabwendbaren. So, als würde plötzlich Überraschungsbesuch vor der Tür stehen - wenn du schon da bist, was soll's.
"Nein", sagt sie, "natürlich nicht."
wow du hast es geschafft soo viel zu schreiben ohne dass man versteht worum es geht ^^
AntwortenLöschenL.
Aha, aha.
AntwortenLöschen