Neunzehn Cent für ein Fragezeichen. Stelle ich mir vor. Heutzutage ist nichts umsonst, nicht einmal Satzzeichen. Auch nicht die Sachen in "Zu verschenken"-Kisten auf dem Trödelmarkt. Ich will nicht die Apokalypse prophezeien, aber wir verkaufen unsere Seelen. Nein, geben sie her für den Müll eines anderen. "Heutzutage", wurde mir mit einem Grinsen entgegengesetzt, mein Satz gespalten, zerstückelt, auf das Einleitungswort reduziert.
Ein Auge auf etwas werfen, am längeren Hebel sitzen, Wut und Gewalt und Blut und die Kopf-Szene ist zu viel - bis hierher lief's noch ganz gut * -, ich dreh' mich weg, winde mich geradezu, sage Albträume voraus. Meine Vorstellungen, Visionen, unbedarften Träumereien sind so absurd, skurril, so absolut nicht mit der Realität vereinbar, dass es sie nicht geben dürfte. Sie haben schlichtweg keine Daseinsberechtigung und die Tatsache, dass ich mich festkralle, dass meine Fingerknöchel weiß werden, entlarvt meine Überzeugungen als Farce. Farce - der Ausdruck der Pseudo-Melancholie.
Kindheit ist: Vor dem Backofen ausharren und dem Kuchen dabei zusehen, wie er eine perfekte Goldbräune annimmt - mit Mehlresten im Gesicht, die beim Einatmen in der Nase kitzeln. Sich blaue Flecken und Kratzer und Schrammen holen, ohne dabei betrunken zu sein. Wissen, wieso man sich so fühlt, wie man sich fühlt. Unschuld.
Diesmal kaufe ich keine Bücher. Gedanklich packe ich schon ein. Einpacken, auspacken, einstecken, austeilen und niemals ankommen. "Was, wenn's zu anspruchsvoll ist?", frage ich. "Wem sagst du das?", beruhigt mich nicht, sorgt nicht für das wohlige Gefühl der Übereinstimmung, bestätigt vielmehr ungeschehenes Grauen. Zwei, drei, vier, fünf, sechs, sieben, acht, alle verlieren, bis auf den ersten. "Dann machst du was nicht Anspruchsvolles." Dann mach' ich was nicht Anspruchsvolles.
Irgendwann hört's auf zu pochen. Knie heilen ab, Druckerpatronen lassen sich nachkaufen und die rote Teekannenuhr, an der zu viele Erinnerungen kleben - selbst Batteriesäure, die sich jahrelang in den Kunststoff fraß, ist machtlos -, geht nicht vor, nicht nach, geht einfach richtig, gemächlich. Das Ticken ist nicht zu laut, nachts schenkt sie mir die Gewissheit, nicht einfach verschwinden zu können.
* "Dies ist die Geschichte einer Gesellschaft, die fällt. Und während sie fällt, sagt sie, um sich zu beruhigen, immer wieder: Bis hierher lief's noch ganz gut, bis hierher lief's noch ganz gut, bis hierher ... lief's noch ganz gut. Aber wichtig ist nicht der Fall, sondern die Landung."
mmh auch wenn du stimmungsschwankungen uncool findest, machen kann ich da jetzt nichts...
AntwortenLöschenund wer schert sich um cool wenn er schräg drauf sein kann *sowasvonlustig*
na dann :)
AntwortenLöschenhabs dir aber eh nicht übel genommen, weiß ja, dass dus ned böse meinst :)
is ja schön, dass die freundin deiner freundin auch da war...
naja und sonst so? hast du jetzt schon nen minikühlschrank?
naja, selbst schuld, muss noch deine mail beantw.