Es bedurfte eines Übermaßes an Überwindung. Allen nur in Ansätzen vorhandenen Heldenmut musste ich zusammenkratzen, auf einen Haufen werfen und zu einer handlichen Masse vermengen. Die Herausforderung war sowohl physischer als auch psychischer Natur, etwas Vergleichbarem hatte ich mich noch nie gestellt. Der Übeltäter: ein kleiner Metallring im oberen Bereich meines Ohres!
Klingt harmlos, eigentlich kaum erwähnenswert - wie eine jener nichtigen Informationen, die im endlosen Kosmos menschlicher Gedanken umherschwirren und nie die Chance erhalten, in die Welt getragen zu werden.
Nun ist es nicht so, dass ich mich auserkoren fühle, diesem traurigen Umstand der Unterdrückung und Verleumdung ein Ende zu bereiten. Vielmehr sehe ich in der Berichterstattung dieses folgenschweren Aktes der Selbstüberwindung eine Notwendigkeit, die mit Worten nicht zu erklären ist.
Es ist nunmehr zwei Jahre her, dass ich mir das eklige K-Wort (...) meines linken Hörhelfers (leider ist mir kein schöneres Synonym für "Ohr" eingefallen und ich bin mir auch darüber bewusst, dass es jetzt so klingt, als hätte ich ein Hörgerät, was allerdings nicht so - ist) durchlöchern ließ, ohnmächtig wurde, mit den Beinen in der Luft aufwachte und mir die Erinnerung an Donald Duck blieb (meine laienhafte Zurückverfolgung bzw. Ohnmachtsdeutung ergab, dass die cholerische Ente aufgrund eines Tattoo-Motivs an der Wand in meinen Kopf watschelte).
Die Bewusstlosigkeit und die Tatsache, dass mein Ohr aufgrund des angestrebten Winkels zu klein für zwei Löcher war, wurden schnell überwunden und wichen beinahe penibler Bearbeitung mit Desinfektionsmittel. Das Metall in meinem Ohr kam weder in Berührung mit Shampoo noch mit DRECK jeglicher Art.
Dennoch schien es so, als hätte sich jemand (womöglich Donald Duck) oder etwas (das Weltgefüge zum Beispiel) gegen mich verschworen und bescherte mir wiederkehrenden Schmerz, eine ins Rot gehende Ohrfarbe und eine zwischenzeitlich auf ihre doppelte Größe (vielmehr Dicke) angeschwollene Ohrmuschel (ein Wunder eigentlich, dass mir die aufrichtige Angst, nach links zu kippen, erspart blieb).
Dennoch blieb ich standhaft, ignorierte das Brennen, wenn meine linke Kopfseite das Kissen auf eine ungünstige Weise berührte, ebenso austretende Flüssigkeiten (man sollte den Tatsachen ins Auge blicken, so eklig sie auch sein mögen), die meinem Ohr keinen allzu gesunden Anblick verliehen, und zuletzt auch die Momente, in denen mir ein wenig schwummrig (was für ein Wort!) wurde.
Bis gestern (oder vorgestern oder vorvorgestern). Ich kapitulierte (zunächst nur innerlich). Ich gestand meinem Körper den Sieg über meinen Willen zu. Vor einer knappen oder guten (was spielt das schon für eine Rolle) Stunde machte ich mich daran, die kleine Titan-Kugel zu - drehen! Fehler Numero Uno. Denn bedauerlicherweise hatte ich offensichtlich das Prinzip dieses Piercings nicht verstanden. In meiner Vorstellung handelte es sich bei der ganzen Konstruktion um eine Schraube - eine Schraube, die man nur lange genug drehen musste. Was ich tat. Ich drehte und drehte, mein Ohr wurde rot und röter und es stellte sich ein leichtes, aber doch sehr präsentes Unwohlsein ein.
Schließlich gelang es mir nur durch Zufall (den genauer zu beschreiben ich nicht imstande bin), mich dieses mich zwei Jahre begleitenden Körperschmucks zu entledigen. Zurück blieb ein dickes rotes Ohr (jetzt habe ich doch ein bisschen Angst, nach links zu kippen) und die schwache Hoffnung, dass ich vielleicht irgendwann (wenn es zu seinem einstigen Ausmaß zurückgefunden hat) doch noch etwas (bevorzugt das entfernte Piercing) durch das freigelegte 60 (sechzig!)-Euro-Loch kriege.
Und zuletzt: Womit ich noch nie (nie, nie, nie) Probleme hatte, waren jene zwei Ohrlöcher, die meine Mutter und eine ihrer Freundinnen mir mit einer heißen Nadel (oder einer in Alkohol getränkten Nadel, ich bin gar nicht so sicher, wie so etwas abläuft) vor nunmehr achtzehn Jahren (+/-) stachen. Sollte einem (vornehmlich mir) zu denken geben, hm.
Nun ist es nicht so, dass ich mich auserkoren fühle, diesem traurigen Umstand der Unterdrückung und Verleumdung ein Ende zu bereiten. Vielmehr sehe ich in der Berichterstattung dieses folgenschweren Aktes der Selbstüberwindung eine Notwendigkeit, die mit Worten nicht zu erklären ist.
Es ist nunmehr zwei Jahre her, dass ich mir das eklige K-Wort (...) meines linken Hörhelfers (leider ist mir kein schöneres Synonym für "Ohr" eingefallen und ich bin mir auch darüber bewusst, dass es jetzt so klingt, als hätte ich ein Hörgerät, was allerdings nicht so - ist) durchlöchern ließ, ohnmächtig wurde, mit den Beinen in der Luft aufwachte und mir die Erinnerung an Donald Duck blieb (meine laienhafte Zurückverfolgung bzw. Ohnmachtsdeutung ergab, dass die cholerische Ente aufgrund eines Tattoo-Motivs an der Wand in meinen Kopf watschelte).
Die Bewusstlosigkeit und die Tatsache, dass mein Ohr aufgrund des angestrebten Winkels zu klein für zwei Löcher war, wurden schnell überwunden und wichen beinahe penibler Bearbeitung mit Desinfektionsmittel. Das Metall in meinem Ohr kam weder in Berührung mit Shampoo noch mit DRECK jeglicher Art.
Dennoch schien es so, als hätte sich jemand (womöglich Donald Duck) oder etwas (das Weltgefüge zum Beispiel) gegen mich verschworen und bescherte mir wiederkehrenden Schmerz, eine ins Rot gehende Ohrfarbe und eine zwischenzeitlich auf ihre doppelte Größe (vielmehr Dicke) angeschwollene Ohrmuschel (ein Wunder eigentlich, dass mir die aufrichtige Angst, nach links zu kippen, erspart blieb).
Dennoch blieb ich standhaft, ignorierte das Brennen, wenn meine linke Kopfseite das Kissen auf eine ungünstige Weise berührte, ebenso austretende Flüssigkeiten (man sollte den Tatsachen ins Auge blicken, so eklig sie auch sein mögen), die meinem Ohr keinen allzu gesunden Anblick verliehen, und zuletzt auch die Momente, in denen mir ein wenig schwummrig (was für ein Wort!) wurde.
Bis gestern (oder vorgestern oder vorvorgestern). Ich kapitulierte (zunächst nur innerlich). Ich gestand meinem Körper den Sieg über meinen Willen zu. Vor einer knappen oder guten (was spielt das schon für eine Rolle) Stunde machte ich mich daran, die kleine Titan-Kugel zu - drehen! Fehler Numero Uno. Denn bedauerlicherweise hatte ich offensichtlich das Prinzip dieses Piercings nicht verstanden. In meiner Vorstellung handelte es sich bei der ganzen Konstruktion um eine Schraube - eine Schraube, die man nur lange genug drehen musste. Was ich tat. Ich drehte und drehte, mein Ohr wurde rot und röter und es stellte sich ein leichtes, aber doch sehr präsentes Unwohlsein ein.
Schließlich gelang es mir nur durch Zufall (den genauer zu beschreiben ich nicht imstande bin), mich dieses mich zwei Jahre begleitenden Körperschmucks zu entledigen. Zurück blieb ein dickes rotes Ohr (jetzt habe ich doch ein bisschen Angst, nach links zu kippen) und die schwache Hoffnung, dass ich vielleicht irgendwann (wenn es zu seinem einstigen Ausmaß zurückgefunden hat) doch noch etwas (bevorzugt das entfernte Piercing) durch das freigelegte 60 (sechzig!)-Euro-Loch kriege.
Und zuletzt: Womit ich noch nie (nie, nie, nie) Probleme hatte, waren jene zwei Ohrlöcher, die meine Mutter und eine ihrer Freundinnen mir mit einer heißen Nadel (oder einer in Alkohol getränkten Nadel, ich bin gar nicht so sicher, wie so etwas abläuft) vor nunmehr achtzehn Jahren (+/-) stachen. Sollte einem (vornehmlich mir) zu denken geben, hm.
autsch!
AntwortenLöschenich hab übrigens ne freundin, die macht das für 10 euro und hat sich noch keiner beschwert...
blöde sache
ja, sie macht eigentlich alle, außer ich gluab ein oder zwei die zu gefährlich wäre ?
AntwortenLöschenaber das oben am ohr is ja routine denk ich :P