Donnerstag, 5. August 2010

"heutzutage"

Mein Verhältnis zu diesem Wort lässt sich nur als - wenn nicht ungesund, so doch - recht ungewöhnlich bezeichnen. Ich  kann es nicht in einem Satz verwenden, ohne dabei eine Augenbraue oder einen Mundwinkel hochzuziehen, ohne einen Ton anzuschlagen, der deutlich macht, dass ich das alles nicht ganz so ernst meine (meine Rücktrittsversicherung - die Vorsorgemaßnahme aufgrund meiner hartnäckigen Inkonsequenz bzw. meiner konsequenten Inkonsequenz, haha), obwohl ich das vielleicht oder wahrscheinlich doch tue.
Womöglich ist der Vorbehalt gegenüber diesem Wort psychologischer Natur. Schließlich wäre es möglich, dass ich schon jetzt das Altern fürchte. Denn wenn etwas an einen wutentbrannten, die Faust ballenden, böse aufstampfenden Greis denken lässt, dann ist es das Wort "heutzutage". Denn "heutzutage" geht Hand in Hand mit "die Jugend von heute". Da sehe ich es geradezu als Beweis meiner Jugend an, mich dafür zu entschuldigen, dass es Einzug in meinen Sprachgebrauch fand.
Man könnte nun anmerken, dass ich es einfach streichen könnte, (m)einen stillen Protest bestreiten, indem ich es nicht benutze. Was ich durchaus versuche! Manchmal rutscht es mir aber doch heraus. Wenn ich mich darüber auslasse, dass die Zeichentrickfilme heutzutage der letzte Dreck sind. Ein Thema, das mir am Herzen zu liegen scheint. Meine potenziellen Kinder werden sich nur das ansehen dürfen, was ich als Kind mochte! So.

Und - was ich nicht mag: Wenn jemand (in einem erzwungen arroganten Tonfall) zetert, etwas würde "gar nicht gehen". Nein, wirklich, was soll das denn? Als würde das jemand wissen, entscheiden, beurteilen können oder sollen. Eben nicht!

1 Kommentar:

  1. ayayay und ich such als erstes den "gefällt mir" button, wie krank
    ich kann nur zustimmen, der letzte dreck is das, möglichst billig, möglichst viel geld scheffeln
    pfui

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